8. SoulTalk

WAS MACHEN WIR DA EIGENTLICH?
Zunächst einmal, wer das Projekt „SoulTalk“ nicht kennt, hier eine kleine Erklärung: Wir treffen uns in regelmäßigen Abständen meistens in einem Café und reden uns buchstäblich alles von der Seele. Für jedes Anliegen, jedes Problem und jede Meinung gibt es Platz. Ich schreibe ein Protokoll, auch unter anderem, um sie als Notizen für den Blogartikel zu verwenden. Es gibt selbstverständlich Regeln. Zum einen soll es nicht in ein „Klatsch und Tratsch“ Treffen abrutschen. Wir sind bemüht, uns tiefgehend mit Problemen auseinanderzusetzen, um uns weiterzuentwickeln und uns gegenseitig Gedankenanstöße zu liefern. Außerdem herrscht Schweigepflicht. Das, was wir in unseren SoulTalk Runden besprechen, bleibt unter uns. Das bedeutet, dass keine Angst haben muss, dass ihr Vertrauen ausgenutzt wird. Und das bringt mich schon zum letzten Punkt. Wenn ich diese Artikel schreibe, dann teile ich ausschließlich MEINE Erfahrungen bzw. Gedanken. Nicht, weil ich egoistisch bin und euch nur meine Anschauungen aufdrängen will, sondern weil ich keine anvertrauten Erzählungen von anderen Personen veröffentliche. Die einzige Ausnahme ist, wenn ich allgemein über Themen spreche, dann wurde es in der Gruppe diskutiert.

 

…also los geht’s…

Endlich haben wir uns wiedergesehen! Unsere letzte Runde fand im Sommer statt. Ich hatte dazwischen Urlaub. Sollten diese Wochen eigentlich mit Ruhe, Ausgeglichenheit und Krafttanken in Verbindung gebracht werden, war es bei mir eher eine Talfahrt mit kurzen, aber heftigen Abstechern in die Unterwelt. Viel ist passiert, viel hat sich verändert, viel habe ich gefühlt, aber viel ist auch vorangegangen. Es war turbulent und transformativ, fast wie die Absolvierung des nächsten Levels.   

 

EIN EINBRUCH IST KEIN GRUND AUFZUHÖREN
Zusammenbrüche sind uns alle nicht fremd. Ich würde sogar fast sagen notwendig. Aufkommende Wut, Trauer, Aggressionen und vor allem Frustrationen müssen hin und wieder raus. Sei es, weil wir aufwachen und draufkommen, dass wir noch nicht da im Leben stehen, wo wir stehen wollen oder weil wir meinen fitter, intelligenter, besser, schöner und reicher sein zu müssen. Das ständige Vergleichen bringt uns noch um. Es ist ein Fluch. Aber trotzdem, diese Art von emotionalen Ausbrüchen sind essenziell, um Platz für neue Energie zu schaffen. Leider sind diese immer eher negativ behaftet
à la man ist zu schwach und hat sich nicht unter Kontrolle. Wenn man glaubt, dass diesmal wirklich endgültig alles verloren und man am Limit zu sein scheint, dann erst kommt der Durchbruch oder sagen wir, der nächste Schub Motivation, um weiterzumachen.  

 

Also wir halten fest:

Zusammenbruch – Erschöpfung – Durchbruch

 

Manche Leute stoppen bei der Erschöpfung ihr Tun, weil sie meinen, dass es sowieso keinen Zweck hat. Der Druck, das permanente Vergleichen und die aufkommende Lustlosigkeit verhindern dies erfolgreich. Man kommt an seine vermeintlichen Grenzen, ohne dem Mut im Gepäck, diese verschieben zu wollen. Eine Sackgasse. Die Unsicherheit wird immer größer, die Versagensangst manifestiert sich und irgendwann trauen wir uns dann gar nichts mehr. Das sind alles menschliche Gefühle. Jede Person steht hin und wieder vor dieser Baustelle und muss damit zurechtkommen bzw. sich einen Weg hinaus ebnen. Die Frage ist, ob wir uns weiter zum Durchbruch arbeiten möchten oder lieber stagnieren wollen? Beides ist möglich, du entscheidest.

 

Der größte Kritiker ist man selbst. Man will sich sein Können beweisen, mehr als allen anderen. Deshalb kann der Druck so enorm steigen. Grundlos wohlgemerkt, denn wen interessiert es wirklich? Viele Menschen haben andere Werte, Vorstellungen bzw. Wünsche im Leben und beneiden uns vielleicht für etwas, was in unserer Welt Normalität ist. Man schenkt den eigenen Defiziten mehr Beachtung als den Vorzügen und das kann Lebensqualität kosten.

 

WIR FÜHLEN NICHT ALLEINE
Dabei beeinflusst uns sicherlich die Außenwelt und was wir in unserem Umfeld bzw. im Internet mitbekommen, aber auch gewisse „Traditionen“, die über Generationen in unserer Familie weitergegeben wurden und auch werden, wenn man die eigenen Verhaltensweisen und Glaubenssätze nicht regelmäßig hinterfragt. So kann es sein, dass in Familien nur dann Liebe erfahren wird, wenn der- oder diejenige hart arbeitet und entsprechende Erfolge abliefert. Daraus könnte der Glaubenssatz „Ich werde nur geliebt, wenn ich leiste und nicht, wenn ich einfach bin“, entstehen. Fatal, aber keine Seltenheit. Wer genauer hinschaut, wird erkennen, dass viel gesellschaftlicher Druck aus der eigenen Familie bzw. eben durch diese Glaubenssätze auferlegt wurde.

 

Deshalb ist der Austausch über solche sensiblen Themen auch so wichtig, weil man merkt, dass man nicht alleine ist und auch fühlt. Wir Menschen haben immer wieder mit unseren Schattenseiten zu kämpfen, aber das kann leichter fallen, wenn man liebe Freunde um sich hat, die alles ein bisschen einfacher machen.

 

Deine Babsi

 

Zitatesammlung 8. SoulTalk:

 

„ICH WILL MICH BEFREIT FÜHLEN, ABER DIE RAHMENBEDINGUNGEN HINDERN MICH DARAN“

 

„MAN ZUCKT NICHT WEGEN KLEINIGKEITEN AUS, ES BESCHÄFTIGT EINEN MEISTENS ETWAS ANDERES“

 

„DER EINE MACHTS FALSCH UND DER ANDERE REAGIERT FALSCH“

 

„DRAMALOS NACH UNTEN“